Durchweg positive Bilanz bei „Rossini in Wildbad“

Das neue Festivalgelände mit zwei bemerkenswerten Spielstätten vis à vis begeisterte das Publikum. Sowohl das im Vorjahr wegen Umbaumaßnahmen geschlossene Königliche Kurtheater wie auch die Neue Trinkhalle mussten als Spielstätten neu eingerichtet werden, was auf Anhieb gelang. Umgeben vom Grün des Kurparks an der Enz, ließen sich auch die Pausen bei meist sonnigem Wetter auf der Terrasse besonders genießen.

Die Strategie des Festivalintendanten Jochen Schönleber ging voll auf: Die 20 % mehr Plätze pro Veranstalung in der Trinkhalle konnten auf Anhieb gefüllt werden. Trotz deutlich verringerter Vorstellungszahl und verkürzter Festivaldauer erreichten die Einnahmen knapp das Niveau des Rekordjahrs 2008. Etliche Veranstaltungen waren restlos ausverkauft. Lediglich eine einzige Nachmittagsveranstaltung in der Trinkhalle erreichte nur knapp 400 Besucher und mithin knapp die Kapazität des zuvor bespielten Kurhauses.

Insgesamt wurden gegenüber dem Vorjahr etwas weniger Plätze angeboten, aber ca. 10 % mehr Karten verkauft. Die Kartenerlöse stiegen um ca. 12 % auf mehr als 205.000 Euro. Insgesamt wurden mehr als 5800 Gäste gezählt. Mit diesem Zuwachs konnte ein Teil der weggefallenen Zuschussmittel kompensiert werden.

Ein Hauptcharakteristikum des 22. Festivals war die Wiederbelebung der Akademie BelCanto, welche in Zusammenarbeit mit Tenor Raúl Giménez und seiner Akademie Concertante Barcelona exzellente junge Spitzentalente aus aller Welt anzog, welche intensiv auf ihre anspruchsvollen Aufgaben vorbereitet wurden. Die Begeisterung über die hervorragenden jungen Sänger der Akademie BelCanto war groß und ebenso groß war der Enthusiasmus der Nachwuchssolisten, die sich in anspruchsvollen Partien und in Rundfunk- wie CD- bzw. DVD-Aufnahmen bewähren konnten. Zwei szenische Opernproduktionen von ganz eigener, jugendlich-frischer Prägung konnten so entstehen, während die vokal gewichtigere tragische Oper „Le Siège de Corinthe” überwiegend von reiferen Sängern interpretiert wurde.

Künstlerisch war das Festival auf der sicheren Seite, standen doch neben Antonino Fogliani, dem jungen, herausragenden Rossini-Dirigenten auch zwei weitere namhafte Dirigenten des Fachs zur Verfügung. Eine Live-Übertragung, eine internationale EBU-Ausstrahlung, drei CD Produktionen und zwei DVDs stellen den dauerhaften Ertrag des diesjährigen Festivals dar.

Überglücklich über den Erfolg und die positiven Reaktionen von Medien und Besuchern zeigte sich in seinem Resümee Intendant Jochen Schönleber: „Wir haben fast alle unsere Ziele erreicht und gezeigt, wie man zwei neue Spielstätten maßgeschneidert bespielt. Nun fehlt uns dringend eine verbesserter Finanzausstattung mit neuen Sponsoren, um den Künstlern angemessene Rahmenbedingungen zu schaffen und unsere Arbeit erfolgreich fortsetzen zu können. Im Jahr 2011 soll das Festival vom 7. bis zum 17. Juli durchgeführt werden.“

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